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Im Zuge veränderter gesellschaftlicher und arbeitsmarktpolitischer Rahmenbedingungen nehmen psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen weltweit zu. Derzeit sind psychische Gesundheitsprobleme die vierthäufigste Ursache von Arbeitsunfähigkeit. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnet damit, dass Depressionen bis zum Jahr 2020 auf Platz zwei der Statistik vorrücken. No health without mental health – dieser Leitsatz der ehemaligen finnischen Gesundheitsministerin Eva Biaudet kennzeichnet die elementare Bedeutung seelischen Gleichgewichts für das Wohlbefinden. Psychische Belastungen stehen in enger Verbindung mit körperlichen Beschwerden wie Rückenschmerzen, Herz-Kreislauf-Problemen oder Krebserkrankungen. Untersuchungen belegen zudem, dass Häufigkeit und Dauer von psychischen Erkrankungen mit zunehmendem Alter der Beschäftigten steigen – angesichts des demografischen Wandels und verlängerter Erwerbsbiografien kommt der Förderung psychischer Gesundheit am Arbeitsplatz damit immer größere Bedeutung zu. Die steigende Intensität und Komplexität der Arbeitsprozesse im modernen Berufsleben beinhaltet neue Risikofaktoren: Dazu zählen Stress, Kommunikationsprobleme mit Vorgesetzten und Kollegen, Kompetenzgerangel, ein unsicherer Beschäftigungsstatus, mangelnde Qualifizierung oder Unterforderung. Ohne wirksame Prävention gegenüber diesen Mechanismen gefährden Unternehmen auf lange Sicht ihre Wettbewerbsfähigkeit. Die Institutionen der Europäischen Union messen dem Themenkomplex „Psychische Gesundheit“ bereits seit Jahren große Bedeutung bei. Um die Arbeitsschutzpolitik in den Mitgliedsländern voranzutreiben, legte die Europäische Kommission für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz eine Gemeinschaftsstrategie für den Zeitraum 2002 bis 2006 fest. Mit einer neuen Fünfjahresstrategie sollen Berufskrankheiten und Arbeitsunfälle nunmehr bis zum Jahr 2012 EU-weit um 25 Prozent reduziert werden. Der Fokus
Ein hoher Gesundheits- und Sicherheitsstandard am Arbeitsplatz wirkt sich nicht nur auf die Produktivität und Leistungsfähigkeit eines Unternehmens aus, sondern verbessert auch das Wohlbefinden der Belegschaft. Im Zeitalter der Wissensgesellschaft sind Mitarbeiter die wichtigste unternehmerische Ressource. Soll die Beschäftigungsfähigkeit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bis in ein vorgerücktes Alter erhalten bleiben, müssen die Bedingungen am Arbeitsplatz und in der Arbeitsumgebung an dieses Ziel angepasst werden. Sowohl der demografische Wandel als auch der spätere Renteneintritt verlangen nach Arbeitsplätzen, an denen jüngere wie auch ältere Beschäftigte ergonomisch arbeiten können.
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